Im Bereich der Hochzinsanleihen lohnt sich Engagement ganz besonders, urteilen Larissa Joubert und Sara Farias de Carvalho Martins, Buy-Side Fixed-Income ESG Analystinnen von DPAM:
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Sara Farias de Carvalho Martins, Buy-Side Fixed-Income ESG Analyst
Emittenten von Hochzinsanleihen legen
Informationen weniger konsistent offen als ihre Pendants mit Investment-Grade Rating.
Das gilt besonders für die ESG-Analyse. Während IG-Unternehmen detaillierte
Nachhaltigkeitskennzahlen und Governance-Strukturen veröffentlichen, legen
HY-Emittenten oft nur das vorgeschriebene Minimum offen.
Die Folge sind blinde Flecken. Erkenntnisse aus
dem Austausch mit den Unternehmen werden so für Anleger umso wichtiger. Durch
den direkten Dialog können Anleger auf proprietäre, nicht öffentliche
Informationen zugreifen, die die ESG-Analyse stärken und Anlageentscheidungen
unterstützen. „Engagement“ schafft daher einen relevanten Informationsvorteil.
Engagement als Wettbewerbsvorteil
Der High-Yield-Markt ist vergleichsweise
intransparent. Gründe sind begrenzte Ressourcen für die Berichterstattung, weniger
Offenlegungspflichten und eine minimale Abdeckung durch Analysten. Anleger müssen
daher die Nachhaltigkeit und Bonität häufig auf Grundlage unvollständiger Daten
beurteilen.
Engagement wird so zu einem
Wettbewerbsvorteil. Investoren, die konstruktive Beziehungen aufbauen, können
die ESG-Strategie eines Unternehmens besser verstehen. Dies kann die Ergebnisse
verantwortungsbewusster Investitionen wesentlich beeinflussen.
Zugang zu proprietären ESG-Daten
Der Dialog mit Emittenten ebnet den Zugang zu
ESG-Informationen, die nicht öffentlich bekannt sind, aber weitergegeben werden
können. Beispiele hierfür sind
·
detaillierte Umweltkennzahlen wie Emissionen,
Abfall und Energieverbrauch
·
Informationen zu Schwachstellen in der
Lieferkette oder operativen Risiken
·
Updates zu Sanierungsmaßnahmen oder
Übergangsplänen
Dank dieser Erkenntnisse können Anleger
aufkommende Risiken identifizieren, Übergangsbemühungen bewerten und Emittenten
mit wirklichen Verbesserungen von solchen unterscheiden, die lediglich Mindestanforderungen
im Blick haben.
Verbesserte Investitionsentscheidungen
Die begrenzte Abdeckung durch ESG-Anbieter
macht es schwierig, die Nachhaltigkeit von HY-Emittenten schnell und genau zu beurteilen.
Gezielte Gespräche helfen Anlegern dabei
·
Lücken in der Berichterstattung zu schließen,
z. B. fehlende Kennzahlen oder Ziele
·
veraltete oder ungenaue ESG-Ratings zu
korrigieren
·
Fortschritte bei strategischen
Verpflichtungen zu verstehen
·
die zugrunde liegenden Ursachen negativer
Trends zu untersuchen, z. B. steigende Emissionen
·
die Reaktionen der Emittenten auf
Kontroversen und die Korrekturpläne zu überprüfen
·
die Qualität der Governance zu bewerten und
Verbesserungen zu identifizieren
Investoren erhalten einen Überblick über die
Ambitionen, Einschränkungen und die Entwicklung des Emittenten – all dies hat einen
direkten Einfluss auf die Volatilität von Anleihen.
Vorteile für Investoren und Emittenten
Engagement schafft für beide Seiten einen
Mehrwert. Investoren erhalten mehr Transparenz und damit eine solidere
Grundlage für ihre Überzeugungen. Emittenten erhalten die Möglichkeit, aktuelle
Entwicklungen zu teilen, die noch nicht in öffentlichen Berichten
berücksichtigt sind. Sie gewinnen außerdem ein besseres Verständnis dafür,
welche Kennzahlen für Anleger Priorität haben. Sie werden sich über das
Interesse an nachhaltigkeitsbezogenen oder Übergangsfinanzierungen klar und
erhalten Einblick in ihre Wettbewerbsposition aus Sicht der Anleger.
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DPAM - Degroof Petercam Asset Management
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