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Transition Fonds: Neue Impulse durch SFDR 2.0?

Der Fokus wird sich auf Transition Fonds verschieben. Eine genaue Analyse der neuen Art. 7 Fonds wird wichtig. Neue Marketing Welle durch Transition Fonds?

Published by investESG on 2026-04-27
Photo credit: Galina Nelyubova / Unsplash+
"Im Lichte weltweiter Energieknappheit fällt der Blick vieler Anleger:innen wieder auf nachhaltige Investments. Diese entwickeln sich vom Hype früher Jahre nun zu einem etablierten, aber anspruchsvollen Anlagebereich. Nach einem schwierigen Jahr 2025 mit deutlichen Mittelabflüssen bei ESG-Fonds (ESG = Environmental, Social, Governance), insbesondere in Europa, zeigen sich jetzt wieder Tendenzen zur Stabilisierung dieses Segments, erläutern die Experten des Steiermärkische Sparkasse Private Banking im Rahmen einer aktuellen Marktinformation. 
Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen in Fonds entwickelt sich sehr unterschiedlich, wie eine Studie von Harvard Business Review zuletzt gezeigt hatte (siehe auch ESG.Guide Artikel vom 20.4.2026). Während institutionelle Investoren ESG Fonds sehr stark aus einer Risk Management Perspektive betrachten, ist das Interesse im Privatkundenbereich sehr differenziert.  Die Analysen der Steiermärkischen Sparkasse Private Banking sehen auch im Bereich der vermögenden Privatkunden ein steigendes Interesse an ESG-Fonds auch im Kontext von konkreter Wirkung und Rendite sowie Outperformance. 
Outperformance-Strategien
"Der Markt befindet sich in einer Übergangsphase zwischen kurzfristigem Gegenwind aufgrund steigender Zinsen, politischer Gegenbewegungen vor allem in den UA sowie manchen Zweifeln an der Wirkung von ESG. Nachhaltige Investments werden aber auch bereits als „reifer“ und differenzierter wahrgenommen, während Investor:innen ihr Augenmerk zunehmend auf die konkrete Wirkung und Rendite richten. Eine gute Performance ist ein zentraler Treiber für die Nachfrage: Einige ESG-Fonds konnten in den letzten Jahren sogar den Weltindex schlagen.  Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur aus dem Blickwinkel weltanschaulicher Überzeugung, sondern als potenzielle Outperformance-Strategie gesehen," erläutern Private Banking Experten der Steiermärkischen Sparkasse.
Segmentierung schreitet voran
Transition Fonds könnten nach Ansicht der Steiermärkischen Sparkasse stark wachsen: "Der Markt entwickelt sich inhaltlich stetig weiter: Der Fokus verschiebt sich auf sogenannte „Transitioner“, also solche Unternehmen, die sich aktiv nachhaltiger ausrichten und sich verstärkt im Bereich ESG engagieren. Investoren setzen stärker auf diesen Wandel in Unternehmen statt „perfekt nachhaltige“ Firmen zu suchen. Gleichzeitig ist es besonders spannend zu beobachten, dass ESG breiter und komplexer wird. Trotz der Milliarden Gelder, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in den Ausbau von Solar- und Windenergie fließen werden, ist das Thema Klimawandel nicht mehr so dominant wie früher.  Gesundheit und soziale Themen bekommen mehr Gewicht. Neue Themen wie KI-Ethik, Korruption und Governance sowie Lieferketten und die Einhaltung von Menschenrechten spielen eine zunehmende Rolle."
Regionale Verschiebung
"Die Zahl der ESG-Fonds, die auf den Markt kommen, steigt weiter deutlich. Diese werden differenzierter und immer feiner segmentiert: Die Auswahl reicht von reinen Klima-Fonds, Impact-Fonds bis zu anderen thematischen ESG-Strategien. Das Kapital, das in ESG-zertifizierte Investments fließt, wird indessen nach Regionen neu verteilt. Schwellenländer wie z.B. Indien gewinnen an Bedeutung durch ihr bemerkenswertes Wirtschaftswachstum und durch Fortschritte bei ESG-Themen. Europa ist weiterhin führend bei ESG-Regulierung und dem Angebot. Unübersehbar ist der politische Gegenwind in den USA, der die Nachfrage bremst", erläutern die Private Banking Experten und betonen auch die Bedeutung von Regulierung und Daten: "Bei Regulierung und Glaubwürdigkeit befinden sich Investor:innen in einem „Nachhaltigkeitsdschungel“ , sodass das Vertrauen in den Emittenten einschlägiger Fonds mehr denn je zählt. Echte Daten, Impact-Messungen und Transparenz sind bei der Auswahl entscheidend."
Die Steiermärkische Sparkasse verwaltet aktuell drei 3 Fonds mit Nachhaltigkeit im Fokus (ein Aktien-, ein Anleihen- sowie ein gemischter Fonds), die vorwiegend in Produkte und Segmente investieren, die ihrerseits nachhaltige Kriterien erfüllen. Die Fonds werden zwar aktiv gemanagt, orientieren sich jedoch nach Information der Steiermärkischen Sparkasse nicht an einem Vergleichsindex. D.h. Investoren sollten die Anlagerichtlinien mit eigenen Anlagepräferenzen abstimmen. 
Morningstar Prognose für Transition Fonds 
Die aktuellen Analysen von Morningstar zeigen, dass unter der Annahme von <5 Prozent Oil&Gas Quote nach der Implementierung der SFDR Reform (2.0) ca. 2-3 Prozent der Fonds gem. Art. 7 SFDR registriert sein werden.
Welche Rolle können Transition Fonds im Rahmen der nachhaltigen Geldveranlagung übernehmen? Die Experten der Steiermärkischen Sparkasse erwarten von dieser Anlagekategorie größere Impulse: "Transition Fonds spielen eine entscheidende Rolle in der nachhaltigen Geldanlage, indem sie gezielt die Transformation der Realwirtschaft finanzieren. Im Gegensatz zu klassischen „grünen“ Fonds, die meist nur bereits „saubere“ Vorreiter unterstützen, investieren sie bewusst in Unternehmen, die mitten im ökologischen Umbau stecken."
Transition Fonds mit neuer Marketing Welle?
Diese Prognose steht im Gegensatz zu jenen Marktteilnehmern, die in der neuen Kategerie "Transition" Fonds eine neue Möglichkeit zum Neustart einer ESG Marketing-Kampagne sehen, da die Definition der Transition Strategie sehr unklar sein könnte und ihre Effektivität auch erst nach mehreren Jahren sichtbar wäre. In der Zwischenzeit hätten die Marketing-orientierten Asset Manager bereits wieder substantielle Erträge erwirtschaften und Marktpositionen gewinnen können. 
Morningstar erwartet starkes Wachstum bei Artikel 6 Fonds
Die Analysten von Morningstar erwarten auch für Art. 6 Fonds im Rahmen der Implementierung von SFDR 2.0 einen starken Anstieg der Art. 6 Fonds von aktuell 41 Prozent auf 52-61 Prozent, während der Anteil der Art. 8 Fonds von 56 Prozent auf 32-41 Prozent sinken sollte. Art. 9 Fonds wären mit einem Anteil von ca. 5 Prozent gegenüber aktuell 2,7 Prozent relativ stabil. 
Published by investESG
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